Item type:Dissertation, Open Access

Children of parents with a mental illness – Starting points and barriers in the implementation of preventive measures

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Zusammenfassung

Kinder und Jugendliche, die mit einem psychisch erkrankten Elternteil aufwachsen, haben ein erhöhtes Risiko, selbst im Laufe ihres Lebens eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Zwar zeigen spezifische präventive Interventionen für betroffene Kinder und Jugendliche kleine bis mittlere signifikante Effekte, jedoch finden diese in der klinischen Praxis bisher nicht standardmäßig Anwendung. Das Ziel dieser Dissertation ist es deswegen zunächst, relevante Ansatzpunkte für präventive Interventionsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche, die mit einem psychisch erkrankten Elternteil aufwachsen, auf der Elternebene zu identifizieren. Des Weiteren sollen Barrieren bei der Implementierung von präventiven Angeboten für betroffene Kinder und Jugendliche aufgezeigt und schlussendlich Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der präventiven Versorgung dieser Kinder und Jugendlichen abgeleitet werden. Die erste Studie untersucht den Zusammenhang von elterlichen und kindlichen psychischen Belastungen während der COVID-19 Pandemie. In Übereinstimmung mit prä-pandemischen Ergebnissen ergaben Meta-Analysen diesbezüglich kleine bis mittlere signifikante Effekte, wobei sich die größten Effekte für den Zusammenhang von Erziehungsstress und kindlicher psychischer Belastung zeigten. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Stärkung elterlicher Erziehungskompetenzen zur Reduktion von Erziehungsstress und zur Förderung der kindlichen Entwicklung ein zentraler Bestandteil präventiver Interventionen für Kinder und Jugendliche, die mit einem psychisch erkrankten Elternteil aufwachsen, sein sollte. In der zweiten Studie wird das Studienprotokoll der multizentrischen, randomisiert-kontrollierten Therapiestudie „Children Of Mentally ill Parents At Risk Evaluation“ (COMPARE-family) dargestellt. In COMPARE-family werden die präventiven Effekte von kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) bzw. KVT sowie einem zusätzlichen Erziehungstraining (KVT + Triple P) für Eltern mit einer psychischen Erkrankung auf die psychische Gesundheit ihrer Kinder miteinander verglichen. Die dritte Studie fasst Erfahrungen aus vier großen europäischen Forschungsprojekten zum Thema Kinder psychisch erkrankter Eltern (COMPARE-family, VIA-family, The Village und ProChild) zusammen. Ausgehend davon werden Empfehlungen für die Planung und Implementierung von präventiven Angeboten für Familien, in denen ein Elternteil eine psychische Erkrankung hat, hinsichtlich der Studienteilnahme, dem Zugang zu und der Koordination von Angeboten, der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen, der Nachhaltigkeit von Präventions- und Interventionsprogrammen und unvorhersehbarer Ereignisse abgeleitet. Im Rahmen der vierten und fünften Studie wurde der „Children Of Parents with a Mental Illness-Stigma Questionnaire“ (COPMI-SQ) pilotiert, validiert und adaptiert. Der COPMI-SQ-r umfasst zwölf Items zur Erfassung des spezifischen Erlebens assoziativer Stigmatisierung bei Jugendlichen, die mit einem Elternteil mit einem psychisch erkrankten Elternteil aufwachsen, auf den Dimensionen 1) „Erlebte assoziative Stigmatisierung“, 2) „Affiliatives Stigma“, 3) „Scham“ und 4) „Antizipierte assoziative Stigmatisierung“. Darüber hinaus enthält der Fragebogen zwei zusätzliche Screening-Skalen: „Gesundheitsversorgung“ und „Soziale Unterstützung“. Der COPMI-SQ-r zeigt akzeptable bis gute psychometrische Eigenschaften. Somit ist der COPMI-SQ-r ein ökonomischer und reliabler Fragebogen, der in Forschung und Praxis eingesetzt werden kann. Zusammenfassend trägt die vorliegende Dissertation zu einer Verbesserung präventiver Angebote für Kinder und Jugendliche, die mit einem psychisch erkrankten Elternteil aufwachsen, bei. Die Behandlung der elterlichen psychischen Erkrankung sowie die Förderung von elterlichen Erziehungskompetenzen sind wichtige Ansatzpunkte für präventive Interventionen auf Elternebene. Weiterhin werden nachhaltige Unterstützungsstrukturen für betroffene Familien, Maßnahmen zur Reduktion der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen sowie partizipative Forschung als Möglichkeiten zur Verbesserung der Früherkennung und präventiven Unterstützung von betroffenen Kindern und Jugendlichen hervorgehoben. Schlussendlich werden die Befunde hinsichtlich der aktuellen Forschungslage eingeordnet und diskutiert sowie Implikationen für Forschung und die klinische Praxis abgeleitet.

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Stracke, Markus: Children of parents with a mental illness – Starting points and barriers in the implementation of preventive measures. : 2025-12-05.

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