open_UMR
Aaron Beller

Welcome to open_UMR!
Open_UMR is a cross faculty publication hub. We collect scientific publications, resources, research data and software from members of Philipps-University Marburg and make it openly accessible. To ensure high standards of quality and re-usability, submissions to open_UMR are subject to curation.
Select a community to browse its collections.
- Susanne SakerAufsätze
- David MaurerBerichte und Pläne
- Colourbox.de/RomanticheBücher
- Colourbox.de/TashatuvangoForschungsdaten
- Colourbox.deHochschulschriften
- Susanne SakerOffene Ressourcen
- Sophia Hercher (CC-BY)Open Education
- Colourbox.de/Birgit Reitz-HofmannSchriftenreihen
- Eike LöhdenSoftware & Code
- Colourbox.de/Astrid GastZeitschriften
Recent Submissions
Item type:Article, Open Access Kann und soll Linguistik angesichts multimodaler Kommunikation eine eigene Disziplin sein?Schmitz, Ulrich<p>Sprache tritt immer in multimodalen Kontexten auf. Doch durch zunehmende gesellschaftliche Komplexität und dank technischer Erfindungen wird das Zusammenspiel von Sprache und anderen Modi, insbesondere technisch erzeugten stehenden und bewegten Bildern, immer enger und wirksamer. Eine Linguistik, die Sprache, Äußerungen und Texte nicht nur (wie früher meistens) an und für sich selbst, sondern in ihrem multimodalen Gebrauchskontext untersuchen möchte, steht vor erheblichen methodischen Herausforderungen. Angesichts der Fülle und Vielfalt multimodaler Daten sollte Sprachwissenschaft sich auf die Frage konzentrieren, ob und in welcher Weise Sprache eine kommunikative Arbeitsteilung mit anderen Modalitäten eingeht und wie sie dadurch in ihrer Funktion und Form beeinflusst wird. In diesem Aufsatz wird an zwei unterschiedlichen Beispielen (einem Musikvideo und einem wissenschaftlichen Erklärvideo) untersucht, in welcher Weise Sprache bei dynamischen Sehflächen andere Formen annimmt und andere Funktionen erfüllt als sonst üblich. Beide Beispiele sind (wie vermutlich alle dynamischen Sehflächen) mehr oder weniger intensiv ästhetisch komponiert. Dabei zeigen beide Beispiele, dass der Wortlaut sprachlicher Texte (Lexik und Grammatik) in Videos sehr starkauf ihre multimodale Umgebung abgestimmt ist.</p> <p>Language always occurs in multimodal contexts. However, due to increasing social complexity and thanks to technical inventions, the interplay between language and other modes, especially technically generated still and moving images, is becoming ever closer and more effective. A linguistics that wants to study language, utterances and texts not only (as was mostly the case in the past) in and of themselves, but in their multimodal context of use, faces considerable methodological challenges. In view of the abundance and diversity of multimodal data, linguistics should focus on the question of whether and how language enters into a communicative division of labor with other modalities and how this influences its function and form. This paper uses two different examples (a music video and a science explainer video) to examine the way in which language in dynamic visual surfaces takes on different forms and functions than usual elsewhere. Both examples (like presumably all dynamic visual surfaces) are more or less intensely aesthetically composed. Both examples show that the wording of linguistic texts (lexis and grammar) in videos is very closely matched to their multimodal environment.</p>Item type:Article, Open Access Eine Beziehung in der Krise: Fachdidaktik und SprachwissenschaftHaueis, Eduard<p>In der Sprachdidaktik hat sich seit mehreren Jahren die Tendenz verstärkt, Forschung in der Perspektive der Erziehungswissenschaft und der Psychologie zu betreiben. Die Lerngegenstände des Unterrichts gelten somit als gesetzt, sodass sie der theoretischen Reflexion entzogen bleiben können. Damit geht jedoch die Chance verloren, dass ein didaktisch gesteuerter wissenschaftlicher Blick auf sprachliches Können und Wissen anderes an Wissensbeständen zutage fördert, als im Kanon der linguistischen Sprachbeschreibung verankert ist. Dies führt zu einer Krise im Verhältnis von Fachwissenschaft und Fachdidaktik: Der Sprachwissenschaft fehlt mit der Entkoppelung von der Praxis des Deutschunterrichts eine Instanz, in der sich der praktische Erfolg ihres wissenschaftlichen Tuns zeigen könnte; und die Fachdidaktik trägt nichts dazu bei, diese Lücke zu schließen. Im Schatten der öffentlichen Wahrnehmung bleibt so der Deutschunterricht ein Ort der sozialen Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen.</p> <p><br />In the domain of language didactics, the trend has increased to do almost all research in perspective of psychology and pedagogy. On this way, the subjects of lessons are predetermined, and may be withdrawn from theoretical reflection. So, the chance may be lost that a didactically controlled scientific look on linguistic ability and knowledge reveals something else than the existing results of linguistic research. This leads to a crisis in the relationship between linguistics and didactics of language: on the one hand, far from the teaching of German language, linguistic studies lack an instance in which practical success of their activities can be seen; on the other hand, the language didactics does nothing to close the gap. So, in the shadow of public perception, teaching German language may remain a place for social deprivation of children and youth.</p>Item type:Article, Open Access "Qualitative" Diskursanalyse von NetzkommunikationJanuschek, Franz<p>Die Zunahme internetbasierter Kommunikation geht linguistischerseits mit einer stärkeren Hinwendung zu quantitativen Analyseverfahren (z. B. Korpuslinguistik) einher und „qualitative“ Methoden geraten unter Rechtfertigungsdruck. Der Aufsatz weist die grundsätzliche Unterscheidung zwischen quantitativer und qualitativer Empirie in der Diskursforschung zurück und erläutert, inwiefern grundsätzlich quantitative Daten auf Interpretation und interpretative Ergebnisse auf Quantifizierung angewiesen sind. Am Beispiel eines öffentlichen Internet-Forums wird gezeigt, dass wichtige Bereiche von Netzkommunikation durch eine Abnahme von Interaktion bei gleichzeitiger Zunahme reaktionsloser Äußerungen gekennzeichnet sind. Interpretierende Verfahren der Diskursanalyse laufen daher leer. Sofern in Netzkommunikation überhaupt Verständigung stattfindet, sind alternative Analyseverfahren erforderlich. Im Aufsatz wird dazu ein Verfahren vorgeschlagen, das auf spielerisch bastelnden Umgang mit Sprache setzt.</p> <p><br />The increase in internet-based communication is accompanied, on the side of linguistics, by a stronger focus on quantitative methods (e. g. corpus linguistics) and “qualitative” methods are coming under pressure to justify themselves. The article rejects the fundamental distinction between quantitative and qualitative methods in discourse research and explains the extent to which quantitative data depend on interpretation and interpretative results depend on quantitative generalization. Using the example of a public Internet forum, it is shown that important areas of network communication are characterized by a decrease in interaction with a simultaneous increase in unresponsive, self-sufficient utterances. Interpretive, interaction based methods of discourse analysis therefore run empty. If communication takes place at all in network communication, alternative methods are required. In the essay, a procedure is proposed that relies on playfully tinkering with language.</p>Item type:Article, Open Access Sprachbewegungen - oder was bedeutet es, Sprachgeschichte transkulturell zu modellieren?Erfurt, Jürgen; Gessinger, Joachim<p>Ziel dieses Beitrags ist es, entlang einer Sprachgeschichte von ‚SprecherInnen in Bewegung‘ jene Zugriffsweisen und Prozesse zu identifizieren, die zu einer transkulturellen Sprachgeschichtsschreibung hinführen. Ausgehend von einem Vergleich der Sprachgeschichts-schreibungen zum Deutschen und zum Französischen richtet sich die Aufmerksamkeit in einem ersten Schritt darauf, welche neuen Perspektiven auf die jeweilige Geschichte und welche neuen Datenbereiche des Sprachlichen in den letzten Jahrzehnten erschlossen wurden. Damit einher geht eine Kritik an einer historiographischen Praxis, die im Paradigma des sprachlichen Nationalismus seit dem 19. Jh. Sprachgeschichte als Geschichte einer Sprache konzipiert, so als ob die Menschen naturgegeben einsprachig seien und Sprachen isoliert voneinander und in abgegrenzten Räumen existierten. Anhand von Fallstudien zu den sprachlichen Dynamiken in Paris und Berlin, speziell im 18. und frühen 19. Jh., rücken die sprachlichen Dimensionen von Mobilität, Migration und Kontakt der Akteure sowie Prozesse der Verflechtung, Aneignung und Aushandlung kultureller Praktiken und von Mehrsprachigkeit in den Mittelpunkt.</p> <p><br />This contribution aims to identify, along a linguistic history of “speakers on the move”, those approaches and processes that lead to a transcultural historiography of language Starting with a comparative analysis of German and French historiography, the first step zooms in on the new perspectives on the respective histories and the new data areas of language practices that have emerged in recent decades. What follows is a critique of a historiographical practice which, in the paradigm of linguistic nationalism since the 19th century, conceives of language history as the history of a language as if people were naturally monolingual and languages existed in isolation from one another and in demarcated spaces. Based on case studies of linguistic dynamics in Paris and Berlin, especially in the 18th and early 19th centuries, the second step looks at the linguistic dimensions of mobility, migration and contact of the actors as well as processes of interweaving, appropriation and negotiation of cultural practices and multilingualism.</p>Item type:Article, Open Access "Wo sie das Volk meinen, zählen die Frauen nicht mit." Strategien der sprachlichen Verhandlung des Frauenstimmrechts in parlamentarischen Debatten des 19. und 20. JahrhundertsSpieß, Constanze<p>Seit dem 18. Jahrhundert haben sich Frauen im Kontext der französischen Revolution für ihre Rechte eingesetzt, u. a. auch für das Recht, wählen zu können. Dabei orientierte sich die Bewegung in ihren Anfängen an dem Ideal der frz. Revolution, der Gleichheit aller Menschen. Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Frauen verstärkt und vermehrt um ihre gesellschaftliche und politische Teilhabe zu kämpfen, sich institutionell zu organisieren und sich gesellschaftlich und politisch Gehör für ihre Belange zu verschaffen. Die Erlangung des Wahlrechts war dabei ein zentrales Anliegen der ersten Frauenbewegung. Der Kampf um das Frauenwahlrecht zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er sprachlich geführt wurde. Durch die Etablierung von Kommunikationsorganen wie Frauenzeitungen, durch programmatische Schriften, Flugblätter, Petitionen verschafften sich Frauen öffentlich Gehör für ihre Belange. Umso erstaunlicher ist es, dass diesem Teil der Sprachgeschichte bislang kaum Beachtung geschenkt wurde. Der Beitrag fokussiert dementsprechend einen Ausschnitt aus dem diskursiven Kampf um das Frauenwahlrecht und analysiert parlamentarische Debatten zum Frauenwahlrechte Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts im Hinblick auf argumentative Strukturen, die bis in aktuelle Gender-Debatten wirken.</p> <p>Since the 18th century, women have campaigned for their rights in the context of the French Revolution, including the right to vote. In its beginnings, the movement was oriented toward the ideal of the French Revolution, the equality of all people. In the mid-19th century, women increasingly began to fight for their social and political participation to organize themselves institutionally and to make their voices heard socially and politically. Obtaining the right to vote was a central concern of the first women’s movement. The struggle for women’s suffrage was characterized above all by the fact that it was conducted in terms of language. Through the establishment of such as women’s newspapers, programmatic writings, pamphlets and petitions, women made their concerns heard in public. It is all the more astonishing that this part of the history of language has so far received little attention. Accordingly, this article focuses on a subdiscourse from the struggle for women’s suffrage and analyzes parliamentary debates on women’s suffrage at the end of the 19th and the beginning of the 20th century with regard to argumentative structures that continue to have an impact on culture.</p>