Community Supported Agriculture: A Food System and Its Potential for Transformational Change to Sustainability
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Philipps-Universität Marburg
Abstract
Currently, the agricultural sector is facing serious challenges. Climate change, rising populations, and changing consumer expectations are putting the industry under pressure and leading to consumer dissatisfaction. Conventional agriculture, the predominant form, is increasingly criticized for its negative ecological, economic, and social impacts. In response, various alternative food systems have developed over the years, attempting to meet today's expectations and offer a sustainable alternative. One such form is Community Supported Agriculture (CSA).
Community Supported Agriculture is an organizational form in which a closed circle of consumers is tied to a farm. Disconnected from the open market, consumers and producers share the economic risk through membership contracts, forming a regional food system. In CSA, participation, social interaction, education, seasonality, and transparency are paramount. Although the concept has existed in Germany for some time, significant growth and increased awareness of the scene have only been observed since around 2011. Since then, the number of farms has been growing exponentially, and new farms are regularly being established nationwide.
Community Supported Agriculture promises to be a sustainable concept that aims to capture part of the market and create regional economic systems. However, the question remains as to how sustainable this concept actually is and to what extent it can bring about changes in the agricultural sector.
Using the concept of leverage points, points within a system can be identified where changes can be initiated to make the system more sustainable. Certain areas within a system hold particularly high potential and can bring about a transformation towards sustainability through targeted changes at leverage points. These areas are referred to as re-connect, re-think, and re-structure. They deal with the human connection to nature, the significance and decay of institutions, and the creation, sharing, and use of knowledge.
This dissertation examines the Community Supported Agriculture system concerning its potential to promote sustainability transformations. The leverage points concept is applied to analyze which points in the CSA system are related to the areas of re-connect, re-think, and re-structure, and further research questions present in the articles are explored. Additionally, a summarizing conclusion of all articles observes whether there are overlaps within the leverage points and how they differ from conventional agriculture. Finally, it assesses whether the system has transformative potential and to what extent this potential is being utilized. The study was conducted in the region of Hesse, where qualitative, guided interviews were conducted with 22 farms. The collected information was processed, analyzed, and integrated into three articles included in the dissertation. Each of these articles addresses one of the three areas with great potential for promoting sustainability transformations.
The first article aims to identify profound levers related to the deep area of re-think. The way knowledge is generated, used, and disseminated in a system significantly shapes its development and can lead to its transformation. To find the crucial points where a rethinking occurs, the entire CSA system is analyzed for its knowledge dynamics. Structures such as participation days, cultivation planning, social events, working groups, and distribution methods are closely examined.
The second article deals with the area of re-connect. Humanity is increasingly distancing itself from nature, leading to unsustainable behavior. It is crucial to take measures to restore this connection. This article examines how people can build a new bond with nature through Community Supported Agriculture. It analyzes existing structures on farms that enable material, experiential, cognitive, emotional, and philosophical connections to nature.
The third article focuses on analyzing the area of re-structure. The goal is to find institutional levers in the CSA system that can bring about transformative changes. The value chain of a farm in Frankfurt am Main is analyzed in detail to identify structural levers at every step. Unlike the other articles that summarize the results of all interviewed farms in Hesse, this article focuses on a single farm and its network of stakeholders.
Aktuell steht der landwirtschaftliche Sektor vor schwerwiegenden Herausforderungen. Der Klimawandel, steigende Bevölkerungszahlen und veränderte Konsumentenerwartungen setzen die Industrie unter Druck und führen zu Unzufriedenheit seitens der Verbraucher. Die konventionelle Landwirtschaft, die vorherrschende Form, gerät aufgrund ihrer negativen ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen vermehrt in die Kritik. Als Reaktion darauf haben sich im Laufe der Jahre diverse alternative Lebensmittelsysteme herausgebildet, die versuchen, den heutigen Erwartungen gerecht zu werden und eine nachhaltige Alternative zu bieten. Eine dieser Formen ist die Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi).
Die Solidarische Landwirtschaft ist eine Organisationsform, bei der ein geschlossener Verbraucherkreis an einen Hof gebunden ist. Losgelöst vom offenen Markt teilen sich die Konsumenten und Produzenten das wirtschaftliche Risiko anhand von Mitgliederverträgen und bilden ein regionales Ernährungssystem. Bei der Solidarischen Landwirtschaft stehen Partizipation, soziales Miteinander, Bildung, Saisonalität und Transparenz im Vordergrund. Obwohl das Konzept schon seit einiger Zeit in Deutschland existiert, wurde erst seit etwa 2011 ein signifikantes Wachstum und eine verstärkte Wahrnehmung der Szene beobachtet. Seitdem wächst die Zahl der Höfe exponentiell und es werden regelmäßig neue Höfe bundesweit errichtet.
Die Solidarische Landwirtschaft verspricht, ein nachhaltiges Konzept zu sein, das einen Teil des Marktes erobern und regionale Wirtschaftssysteme schaffen möchte. Die Frage bleibt jedoch, wie nachhaltig dieses Konzept tatsächlich ist und inwieweit es Veränderungen im landwirtschaftlichen Sektor herbeiführen kann.
Anhand des Konzepts der leverage points lassen sich innerhalb eines Systems Punkte identifizieren, an denen Veränderungen initiiert werden können, um das System nachhaltiger zu gestalten. Bestimmte Bereiche innerhalb eines Systems bergen dabei ein besonders hohes Potenzial und können durch gezielte Veränderungen an Hebelstellen eine Transformation hin zur Nachhaltigkeit bewirken. Diese Bereiche werden als re-connect, re-think und re-structure bezeichnet. Sie befassen sich mit der menschlichen Verbindung zur Natur, der Bedeutung und dem Zerfall von Institutionen sowie der Schaffung, dem Teilen und der Nutzung von Wissen.
Diese Dissertation untersucht das System der Solidarischen Landwirtschaft hinsichtlich seines Potenzials zur Förderung von Nachhaltigkeitstransformationen. Hierbei wird das Konzept der leverage points angewendet, um zu analysieren, welche Punkte im System der Solidarischen Landwirtschaft im Zusammenhang mit den Bereichen re-connect, re-think und re-structure vorhanden sind und weitere, in den Artikeln vorhandene Forschungsfragen, werden untersucht. Des Weiteren, wird in einem zusammenfassenden Fazit aller Artikel beobachtet, ob es Überschneidungen innerhalb der Hebelpunkte gibt und wie sie sich von der konventionellen Landwirtschaft unterscheiden. Abschließend wird bewertet, ob das System über transformatorisches Potenzial verfügt und inwieweit dieses ausgeschöpft wird. Für die Untersuchung wurde der Raum Hessen ausgewählt, in dem qualitative, leitfadengestützte Interviews mit 22 Höfen durchgeführt wurden. Die gesammelten Informationen wurden verarbeitet, analysiert und in drei Artikel integriert, die in die Dissertation aufgenommen wurden. Diese Artikel behandeln jeweils einen der drei Bereiche mit großem Potenzial zur Förderung von Nachhaltigkeitstransformationen.
Der erste Artikel zielt darauf ab, tiefgreifende Hebel im Zusammenhang mit dem tiefen Bereich re-think zu identifizieren. Die Art und Weise, wie Wissen in einem System generiert, genutzt und verbreitet wird, prägt maßgeblich seine Entwicklung und kann zu dessen Transformation führen. Um die entscheidenden Punkte zu finden, an denen ein Umdenken stattfindet, wird das gesamte SoLaWi-System auf seine Wissensdynamik hin analysiert. Dabei werden Strukturen wie Teilnahmetage, Anbauplanung, soziale Veranstaltungen, Arbeitsgruppen und Verteilungsmethoden genauer betrachtet.
Der zweite Artikel setzt sich mit dem Bereich re-connect auseinander. Die Menschheit entfernt sich zunehmend von der Natur, was zu un-nachhaltigem Verhalten führt. Es ist entscheidend, Maßnahmen zu ergreifen, um diese Verbindung wiederherzustellen. Dieser Artikel untersucht, wie Menschen durch Solidarische Landwirtschaft eine neue Bindung zur Natur aufbauen können. Dabei werden auf den Höfen vorhandene Strukturen analysiert, welche materielle, erfahrungsbezogene, kognitive, emotionale und philosophische Verbindungen zur Natur ermöglichen.
Im dritten Artikel liegt der Schwerpunkt auf der Analyse des Bereichs re-structure. Das Ziel ist es, institutionelle Hebel im SoLaWi-System zu finden, die transformative Veränderungen bewirken. Dabei wird die Wertschöpfungskette eines Bauernhofs in Frankfurt am Main detailliert analysiert, um strukturelle Hebel in jedem Schritt zu identifizieren. Anders als in den anderen Artikeln, die die Ergebnisse aller interviewten Höfe in Hessen zusammenfassen, fokussiert dieser Artikel einen einzelnen Bauernhof und sein Netzwerk von Interessengruppen.