Healing the Past: Historical Consciousness among the Pume People of Venezuela
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Philipps-Universität Marburg
Abstract
This dissertation addresses the question of how the Pume people of Venezuela remember. While describing different modes of historical consciousness that coexist among the Pume, it deals with issues of temporality, agency and personhood. Drawing on theoretical insights
from anthropology of the senses and phenomenological analysis, it demonstrates how a deep understanding of the use of metaphors is central to comprehending native processes of historical representation. Like most native Lowland South American societies, the Pume understand social change and social reproduction as processes that are brought about by
powerful others that are human as well as nonhuman agencies. The Pume become aware of the dynamics of such processes while sleeping or while going through other kinds of altered states of consciousness that are associated with certain diseases or that are attained while singing. I provide ethnographic examples to conclude that, in general, the Pume value dreaming experiences, the experiences of being ill and the experiences of singing as significant sources of knowledge. Likewise, this study shows how dreams, states of illness and the action of singing are particularly significant means by which the Pume experience, gain understanding and become knowledgeable of their past and current relations to alterity.
Diese Dissertation beschäftigt sich mit der Frage, wie sich das Volk der Pume in Venezuela
erinnert. Sie beschreibt verschiedene Formen des Geschichtsbewusstseins, die bei den Pume
koexistieren, und befasst sich mit Fragen der Zeitlichkeit, der Handlungsfähigkeit und der
Persönlichkeit. Auf der Grundlage theoretischer Erkenntnisse aus der Anthropologie der
Sinne und der phänomenologischen Analyse wird gezeigt, dass ein tiefes Verständnis der
Verwendung von Metaphern von zentraler Bedeutung ist, um indigene Prozesse der
Geschichtsdarstellung zu verstehen. Wie die meisten indigenen Gesellschaften des
südamerikanischen Tieflands verstehen die Pume sozialen Wandel und soziale Reproduktion
als Prozesse, die von mächtigen anderen, sowohl menschlichen als auch nicht-menschlichen
Akteuren hervorgerufen werden. Die Pume werden sich der Dynamik solcher Prozesse
bewusst, während sie schlafen oder andere Arten von veränderten Bewusstseinszuständen
durchlaufen, die mit bestimmten Krankheiten verbunden sind oder beim Singen erreicht
werden. Anhand von ethnografischen Beispielen komme ich zu dem Schluss, dass die Pume
im Allgemeinen die Erfahrungen des Träumens, des Krankseins und des Singens als
bedeutende Wissensquellen schätzen. Ebenso zeigt diese Studie, wie Träume,
Krankheitszustände und das Singen besonders wichtige Mittel sind, mit denen die Pume ihre
vergangenen und gegenwärtigen Beziehungen zur Alterität erfahren, verstehen und kennen
lernen.