Einleitung zum Register der reformpädagogischen Zeitschrift 'Das Werdende Zeitalter' ('Internationale Erziehungs-Rundschau')
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Philipps-Universität Marburg
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Das vorliegende Register erschließt die Zeitschrift 'Das Werdende Zeitalter', samt deren Vorgängerzeitschrift 'Internationale Erziehungs-Rundschau' als eine von der bildungsgeschichtlichen Forschung weitgehend vergessene Quelle zur Erforschung der historischen Reformpädagogik.
Die bisherige Rezeption der Reformpädagogik ist nachhaltig geprägt durch Deutungsmuster, die bereits Ende der Weimarer Republik durch geisteswissenschaftliche Pädagogen wie Herman und Wilhelm Flitner geprägt wurden. In der Bundesrepublik Deutschland wurden diese geisteswissenschaftlichen Deutungsmuster der frühen 30er Jahre weitertradiert.
Erst in den letzten Jahren wurde die Interpretation dieser einseitigen Wahrnehmung der Reformpädagogik erkannt; etwa (a) die Kanonisierung, d.h. die Reduktion der Reformpädagogik aufeine relativ kleine Gruppe von sogenannten 'Repräsentanten' (z.B. Kerschensteiner, Gaudig und Petersen) und einige wenige reformpädagogische Bausteine und 'Modelle' (z.B. Arbeitsschulbewegung, Freinetpädagogik, Jenaplan, Landerziehungsheime, Montessorischulen, Waldorfpädagogik), (b) die radikale Beschneidung des breiten, vielfältigen, in sich durchaus widersprüchlichen Spektrums von gesellschaftlichen und pädagogischen Interpretationen und Motiven, wie auch von Konzepten und Modellen (insbesondere von im Kontext sozialistischer Traditionen stehenden), (c) die völlige Ausblendung der für das Verständnis der Reformpädagogik unabdingbaren sozial-historischen Rahmenbedingungen und (d) die weitgehende Beschränkung des Interesses auf Ideen, Konzepte und Modelle, während die Praxis der Reformpädagogik nahezu keine Beachtung fand.
Für eine notwendigerweise differenzierte Auseinandersetzung mit der Problematik ist ein 'Rückgriff' auf die Quellen, wie schriftliche und bildliche Archivalien, mündliche Erinnerungen und auch auf gedruckte Quellen: zeitgenössische Textsammlungen, Zeitschriften u.v.a. unerläßlich. Der bibliographische Zugriff auf die gedruckte Literatur ist bislang u.a. durch eine unzureichende Erschließung erheblich erschwert.
Mit dem hier vorliegenden Register soll ein kleiner Beitrag zur Reduzierung der genannten Defizite geleistet werden.
Neben anderen Erschließungsarbeiten - z.B. der Verzeichnung relevanter Archivalien und der Erstellung textkritischer Editionen zentraler Quellen - wird die Erstellung weiterer solcher Teilbibliographien zur Reformpädagogik - wie auch die bibliographische Erschließung von Neuerscheinungen zum Themenbereich - in gedruckter Form wie in Form von Datenbanken eine zunehmende Rolle spielen müssen, soll hier ein Forschungsstandard erreicht werden, wie er in anderen Forschungsgebieten, z.B. der Erforschung des 18. Jahrhunderts, längst üblich ist.