Die Wertigkeit des 18F-FDG-PET/CT zur Entzündungs-/Tumorsuche bei Patienten mit unklarer neurologischer Symptomatik.
Loading...
Files
Date
relationships.isAuthorOf
Publisher
Philipps-Universität Marburg
Abstract
Hintergrund
Es gibt eine Vielzahl neurologischer Symptome, die durch umfassende
Untersuchungen mittels Anamnese, neurologischem Status, MRT, biochemischer und molekulargenetischer Labordiagnostik sowie neurophysiologischer Diagnostik zu einer Diagnose führen. Trotzdem findet sich bei einigen Patienten keine Diagnose. Als weitere diagnostische Maßnahme kann das 18F-FDG-PET/CT eingesetzt werden.
Zielsetzung
Ziel dieser retrospektiven Studie war es, an einem Kollektiv von bisher nicht diagnostizierten Patienten die diagnostische Leistungsfähigkeit des 18F-FDG-PET/CTs zu untersuchen.
Patienten und Methodik
Zu diesem Zweck wurden bei 93 Patienten die Befunde von bereits durchgeführten 18F-FDG-PET/CT-Untersuchungen aus der Datenbank der Abteilung für Nuklearmedizin des Universitätsklinikum Gießen und Marburg mit den weiteren Untersuchungen und der endgültigen Diagnose verglichen. Das 18F-FDG-PET/CT ist ein bildgebendes Verfahren, das einen fusionierten Datensatz über metabolische (PET) sowie morphologische (CT) Vorgänge im Körper widerspiegelt.
Ergebnisse
Nach Auswertung der Daten konnte gefolgert werden, dass sich das 18F-FDG-PET/CT bei der korrekten Identifizierung von gesunden Patienten als hilfreich zeigt. Die Spezifität lag bei 86%, der positiv prädiktive Wert bei 75%. Somit kann das 18F-FDG-PET/CT bei konkreter Fragestellung ein geeignetes Instrument zum Einschluss einer Erkrankung sein. Des Weiteren kann eine frühe
Indikationsstellung des 18F-FDG-PET/CTs sinnvoll sein, um weitere invasive
Diagnostik und Therapien zu vermeiden. Eine Erhöhung der Spezifität kann durch vorherige Eingrenzungen, wie beispielsweise Zeitpunkt der Durchführung des 18F-FDG-PET/CTs, symptomatische Eingruppierung der Erkrankung und Erkrankungsdauer, erzielt werden. Zur diagnostischen Erkennung einer Erkrankung bei Patienten mit unklarer neurologischer Symptomatik hat das 18F-FDG-PET/CT eine nur schwache
Sensitivität. Jedoch durchlaufen diese Patienten eine Vielzahl von Untersuchungen, bis die Indikation für das 18F-FDG-PET/CT gestellt wird. In Relation mit diesem Vorgehen ist eine Sensitivität von 48% als fraglich zu werten. Für eine bessere Einschätzung sind hier weitere Studien, die das 18F-FDG-PET/CT früher in die Diagnostik einbeziehen, notwendig.
In dieser Studie betrachteten wir zudem Antikörper in Bezug auf das 18F-FDG-PET/CT. Wir ermittelten eine Sensitivität und Spezifität von 73% und 37%. Der positive prädiktive Wert bei Patienten mit positiven Antikörper-Titer lag bei 36%. Bei dem heterogenen Patientenkollektiv ist der Nutzen durch die Bestimmung der Antikörper in Kombination mit dem 18F-FDG-PET/CT fraglich. Anzumerken ist, dass in die Studie keine quantitativen Antikörper-Messwerte eingeflossen sind. Daher wäre eine Studie, die die Antikörper-Titer einbezieht, um mögliche Cut-off-Werte zu bestimmen und die diagnostische Wertigkeit zu erhöhen.
Die alleinige Bestimmung der Antikörper ohne Bezug zum 18F-FDG-PET/CT hat ebenfalls nur eine geringe Spezifität und Sensitivität. Es ist somit zum Einschluss als auch zum Ausschluss nicht geeignet. Die geringe Spezifität und Sensitivität kann ebenfalls auf das heterogene Patientenkollektiv zurückzuführen sein.
Fazit
Zusammenfassend bleibt die Erfolgsrate einer früheren Indikationsstellung bei den beschriebenen Patienten fraglich. Ob es zu einer Steigerung der Sensitivität führt, sofern man das 18F-FDG-PET/CT als Methode vor den meisten anderen Untersuchungen nutzt, ist abzuklären. Somit zeigen die in dieser Studie erzielten Ergebnisse, dass sich weitere Untersuchungen zu dieser Fragestellung lohnen können. Die Ergebnisse der weiterführenden Studien sollten anschließend bezüglich Strahlenbelastung und Kosten analysiert werden. Das 18F-FDG-PET/CT ist an dieser Stelle der diagnostischen Reihenfolge aufgrund der Strahlenbelastung und Kosten kritisch zu bewerten.
Background
There are a variety of neurological symptoms that lead to a diagnosis through comprehensive investigations using anamnesis, neurological status, MRI, biochemical and molecular genetic laboratory diagnostics, and neurophysiological diagnostics. Nevertheless, in some patients no diagnosis is found. 18F-FDG-PET/CT can be used as another diagnostic measure.
Aim
The aim of this retrospective study was to investigate the diagnostic performance of 18F-FDG-PET/CT in a collective of previously undiagnosed patients.
Methods
For this purpose, the findings of already performed 18F-FDG-PET/CT examinations from the database of the Department of Nuclear Medicine of the University Hospital Giessen and Marburg were compared with further examinations and the final diagnosis in 93 patients.
The 18F-FDG-PET/CT is an imaging technique that reflects a fused data set of metabolic (PET) as well as morphological (CT) processes in the body.
Results
After evaluation of the data, it could be concluded that 18F-FDG-PET/CT was shown to be helpful in the correct identification of healthy patients. The specificity was 85%, and the positive predictive value was 75%. Thus, 18F-FDG-PET/CT may be a suitable tool for inclusion of disease when the specific question is addressed. Furthermore, early indication of 18F-FDG-PET/CT may be useful to avoid further invasive diagnostics and therapies.
An increase in specificity can be achieved by prior delineations, such as time of performance of 18F-FDG-PET/CT, symptomatic grouping of the disease, and period of disease.
For diagnostic detection of disease in patients with unclear neurologic symptoms, 18F-FDG-PET/CT has only a weak sensitivity. However, these patients undergo a large number of examinations until the indication for 18F-FDG-PET/CT is made. In relation to this procedure, a sensitivity of 47% is to be rated as questionable.
For a better assessment, further studies that include the 18F-FDG-PET/CT earlier in the diagnostic process are necessary.
In this study, we also considered antibodies in relation to 18F-FDG-PET/CT. We determined a sensitivity and specificity of 73% and 37%. The positive predictive value in patients with positive antibody titers was 36%. In the heterogeneous patient population, the benefit of determining antibodies in combination with 18F-FDG-PET/CT is questionable. It should be noted that no quantitative antibody measurements were included in the study. Therefore, a study including antibody titers would be useful to determine possible cut-off values and increase the diagnostic value.
Determination of antibodies alone without reference to 18F-FDG-PET/CT also has only a poor specificity and sensitivity. Thus, it is not suitable for inclusion as well as exclusion of diseases. The low specificity and sensitivity may also be due to the heterogeneous patient population.
Conclusion
In conclusion, the success rate of an earlier indication in the described patients remains questionable. It must be clarified whether it leads to an increase in sensitivity if the 18F-FDG-PET/CT is used as a method before most other examinations. Thus, the results obtained in this study indicate that further investigations on this issue may be worthwhile. The results of the further studies should be subsequently analyzed in terms of radiation exposure and costs. The 18F-FDG-PET/CT should be critically evaluated at this point of the diagnostic sequence due to radiation exposure and costs.
Review
Metadata
License
This item has been published with the following license: In Copyright