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Philipps-Universität Marburg
Abstract
Content of social groups essentially describes what it means to belong to a group. Content of a social group can be construed from an in in-group and an out-group perspective of social group membership. The research question of this dissertation is how in- and out-group perspective of social group content is related to intergroup action and to each other. I identify two prominent ways how content has been studied in an in-and out-group perspective and take a deeper look into both: firstly, I adopt the concept of stereotype content of groups as specified in the Stereotype Content Model (Fiske et al., 2002) which identifies two dimensions of content, warmth and competence, which can serve to evaluate social groups. Secondly, I argue that opinion-based group identification (i.e. social identification based on shared opinions) based in moral convictions (i.e. a moralized attitude on an issue reflecting core values and beliefs) is a way to understand content of in-groups. I dive into both in an exemplary manner to study the importance of content and what consequences it may have for a specific type of group-based behavior: solidarity-based collective action (i.e. action undertaken by advantaged group members on behalf of disadvantaged groups). I then investigate stereotype content of social groups from both perspectives in conjunction. This way, in three manuscripts included in this thesis, I zoom in on and investigate three aspects of the in- and out-group perspective.
In manuscript #1 I examined the in-group perspective of social group content by focusing on a violation of moral convictions and their role in forming a bridge from individual values to collective action. Specifically, we investigated if a moral violation motivates normative and nonnormative collective action via a reaffirmation of moral convictions and relevant opinion-based group identification. In two experiments and one cross-sectional study we found confirmation for such effects.
In manuscript #2 I focused on the effects of in-group members’ perceptions of an out-group on solidarity-based collective action. Specifically, in a three-wave longitudinal study, I investigated if perceived out-group competence positively and perceived threat from an out-group negatively predicted solidarity-based collective action. Additionally, I postulated a moderation effect of threat: competence perceptions should motivate solidarity-based collective action when threat is low. Cross-lagged analyses showed no significant effects on action intentions, indicating that the here identified out-group perceptions do not motivate solidarity-based collective action.
In manuscript #3 I examined the in-group perspective in relation to the out-group perspective of content of social groups. Specifically, we investigated the SCM dimensions warmth and competence from an in-group perspective and an out-group perspective on the same groups (women and men). Coding open associations of a male and propensity matched female sample in study 1 and analyzing cross-sectional data using exploratory factor analyses and network analyses in study 2 showed the complexity and diversity of stereotype content. The findings suggest that while the quantity of warmth and competence is comparable across perspectives, their qualitative meaning may differ.
I aggregate the findings from the manuscripts and discuss the insights of specifying the content of social groups and matching it to the context of the involved groups. My findings accentuate the importance of the in-group perspective for mobilizing action. This thesis highlights the impact of in- and out-group perspective, the complexity of intergroup dynamics and the need for a nuanced understanding of group content.
Der Inhalt sozialer Gruppen beschreibt im Wesentlichen, was es bedeutet, zu einer Gruppe zu gehören. Der Inhalt einer sozialen Gruppe kann aus der Perspektive der Eigengruppe und der Perspektive der Fremdgruppe sozialer Gruppenzugehörigkeit konstruiert werden. Die Forschungsfrage dieser Dissertation ist, wie Inhalt sozialer Gruppen aus der Eigengruppenperspektive und der Fremdgruppenperspektive miteinander und mit gruppenbasiertem Handeln zusammenhängt. In vergangener Forschung lassen sich zwei prominente Möglichkeiten identifizieren, wie Inhalte aus der Eigengruppenperspektive und der Fremdgruppenperspektive untersucht werden können, die ich in dieser Dissertation anwende: Erstens wende ich das Stereotype Content Model (SCM; Fiske et al., 2002) an, das zwei inhaltliche Dimensionen, Wärme und Kompetenz, identifiziert, die zur Bewertung sozialer Gruppen dienen können. Zweitens argumentiere ich, dass die meinungsbasierte Gruppenidentifikation (d. h. die soziale Identifikation auf der Grundlage geteilter Meinungen), im speziellen basierend auf moralischen Überzeugungen (d. h. eine moralische Einstellung einem Thema gegenüber, die zentrale Werte widerspiegelt) als Inhalt aus der Eigengruppenperspektive verstanden werden kann. Ich untersuche beides, um die Bedeutung von Inhalten und deren Auswirkungen auf ein spezifisches gruppenbasiertes Verhalten zu untersuchen: solidarisches kollektives Handeln (d. h. Handeln von Mitgliedern privilegierter Gruppen zur Unterstützung benachteiligter Gruppen). Anschließend untersuche ich Stereotyp Content sozialer Gruppen sowohl aus Eigengruppen- als auch aus Fremdgruppenperspektive. Auf diese Weise untersuche ich in den drei Manuskripten, die in dieser Arbeit enthalten sind, drei Aspekte der Eigengruppen- und Fremdgruppenperspektive.
In Manuskript #1 untersuchte ich den Inhalt sozialer Gruppen aus der Eigengruppenperspektive, indem ich mich auf die Verletzung moralischer Überzeugungen und ihrer verbindenden Rolle von individuellen Werten über meinungsbasierte Gruppenzugehörigkeit hin zu kollektivem Handeln konzentrierte. Wir untersuchten, ob eine moralische Verletzung normatives und nicht-normatives kollektives Handeln motiviert, mediiert durch eine Bekräftigung der eigenen moralischen Überzeugung und relevanter meinungsbasierter Gruppenidentifikation. Zwei Experimente und eine korrelative Studie bestätigten solche Effekte.
In Manuskript #2 untersuchte ich die Effekte der Wahrnehmung der Fremdgruppe durch Mitglieder der Eigengruppe auf solidarisches kollektives Handeln. Konkret untersuchte ich in einer Längsschnittstudie mit drei Messzeitpunkten, ob die wahrgenommene Kompetenz der Fremdgruppe positiv und die wahrgenommene Bedrohung durch die Fremdgruppe negativ das solidarische kollektive Handeln von Eigengruppenmitgliedern vorhersagt. Zusätzlich postulierte ich einen Moderationseffekt der Bedrohungswahrnehmung: Kompetenzwahrnehmungen sollten solidarisches kollektives Handeln motivieren, wenn die Bedrohung gering war. Cross-lagged Analysen zeigten keine signifikanten Effekte auf die Handlungsabsichten für solidarisches kollektives Handeln. Dies bedeutet, dass die hier identifizierten Fremdgruppenwahrnehmungen nicht zu solidarischem kollektivem Handeln motivieren.
In Manuskript # 3 untersuchte ich Inhalte sozialer Gruppen aus der Eigengruppenperspektive und der Fremdgruppenperspektive. Konkret untersuchten wir die SCM-Dimensionen Wärme und Kompetenz aus der Eigengruppenperspektive und der Fremdgruppenperspektive für dieselben Gruppen (Frauen und Männer). Die Kodierung offener Assoziationen einer männlichen und einer weiblichen Stichprobe (die wir mit Propensity Score Matching der männlichen Stichprobe angeglichen haben) in Studie 1 und die Analyse von Querschnittsdaten mittels explorativer Faktorenanalysen und Netzwerkanalysen in Studie 2 zeigten die Komplexität und Vielfalt der Stereotypinhalte. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Quantität von Wärme und Kompetenz aus Eigen- und Fremdgruppenperspektive vergleichbar ist, ihre qualitative Bedeutung jedoch unterschiedlich sein kann.
Ich aggregiere die Ergebnisse aus den Manuskripten und erörtere die Einsichten, den Inhalt sozialer Gruppen zu spezifizieren und ihn an den Kontext der beteiligten Gruppen anzupassen. Meine Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Eigengruppenperspektive für die Mobilisierung von solidarischem kollektivem Handeln. Diese Dissertation unterstreicht die Relevanz der Eigen- und Fremdgruppenperspektive, die Komplexität der Gruppendynamik und die Notwendigkeit eines nuancierten Verständnisses von Gruppeninhalten.