Häufigkeit und Ursachen erweiterter innerer und äußerer Liquorräume beim Frühgeborenen
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Philipps-Universität Marburg
Zusammenfassung
Zusammenfassung
Vergrößerte innere und äußere Liquorräume wurden bei ehemaligen Frühgeborenen beschrieben und werden im Rahmen einer Hirnatrophie diskutiert. Die vorliegende Dissertationsarbeit hat zum Ziel, die Häufigkeit von erweiterten inneren und äußeren Liquorräumen zu bestimmen, sowie verschiedene klinische Parameter herauszuarbeiten, die mit erweiterten inneren und/oder äußeren Liquorräumen assoziiert sind.
Es wurde eine retrospektive Studie an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Marburg durchgeführt und dabei 153 Frühgeborene aus den Geburtsjahrgängen 2019-2021 eingeschlossen. Bei diesen Frühgeborenen wurden regelmäßig Sonographien des Gehirns durchgeführt, wobei für die Dissertationsarbeit die Ultraschalluntersuchung vor der Entlassung in die Häuslichkeit ausgewertet wurde. Ebenso wurde prä- und postnatale klinische Parameter aus den jeweiligen Krankenakten erfasst, um mithilfe einer statistischen Analyse zu untersuchen, ob Assoziationen zwischen klinischen Parametern und vergrößerten inneren und/oder äußeren Liquorräumen zu verzeichnen sind.
Das eingeschlossen Studienkollektiv umfasste Frühgeborene mit einem medianen Geburtsgewicht von 2230 g, wobei die einzelne Geburtsgewichte im Bereich von 585 bis 4320 g lagen. Das mediane Gestationsalter bei Geburt betrug 35,0 Schwangerschaftswochen, hier lagen die einzelnen Kinder mit ihrem Gestationsalter bei Geburt zwischen 26,0 und 36,9 Schwangerschaftswochen. Die Sonographie des Schädels vor Entlassung wurde in einem medianen korrigierten Gestationsalter von 36,6 Schwangerschaftswochen durchgeführt, wobei die einzelnen Kinder in einem Bereich von 35,0 bis 42,1 Schwangerschaftswochen lagen.
Bei den Ergebnissen war überraschend, dass trotz des hohen Anteils an späten Frühgeborenen (late preterm infants) bei 81 Kindern (52,9%) mindestens ein Messwert der äußeren Liquorräume die festgelegte Grenze überschritt und damit erweiterte äußere Liquorräume vorlagen. Um zu analysieren, welche klinische Parameter mit erweiterten inneren und/oder äußeren Liquorräumen assoziiert sind, wurde die multiple Regressionsanalyse angewandt, da diese die Interaktion der klinischen Parameter untereinander berücksichtigt. Es ergaben sich folgende signifikante Assoziationen (jeweils p<0,05):
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Zusammenfassung
Ein niedriges Gestationsalter bei Geburt war signifikant mit der craniocorticalen Weite (CCW) der äußeren Liquorräume assoziiert. Je unreifer die Frühgeborenen waren, desto größer war die craniocorticale Weite. Ein pathologisches Cardiotokogramm (CTG), definiert nach den FIGO Konsensus Richtlinien, korrelierte positiv mit der craniocorticalen (CCW) und sinucorticalen Weite (SCW) der äußeren Liquorräume. Ein niedriges Gestationsalter korreliert negativ mit der Weite des Interhemispärenspalts, dagegen korreliert ein pathologisches CTG und eine Erhöhung des C-reaktiven Proteins positiv mit der Weite des Interhemispärenspalts (IHS). Die Applikation von Vancomyin und Ampicillin, die Anzahl an postnatalen Infektionen, ein persistierender Ductus arteriosus, die Retinopathie des Frühgeborenen sowie die Körperlänge bei Entlassung waren mit Messwerten zur Größe der inneren Liquorräumen assoziiert.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass eine Erweiterung der Liquoräume insbesondere bei den späten Frühgeborenen in einer unerwarteten Häufigkeit auftrat. Mehrere klinische Faktoren waren mit dem Auftreten von erweiterten inneren und/oder äußeren Liquorräumen assoziiert. Dieses Wissen kann helfen, präventiv tätig zu werden und Strategien zu entwickeln, die einer Gehirnatrophie nach Frühgeburtlichkeit vorbeugen können.
Summary
Enlarged inner and outer cerebrospinal fluid spaces (CSF) have been described in preterms and are discussed in context of brain atrophy. The aim of this dissertation is to determine the frequency of enlarged inner and outer cerebrospinal fluid spaces and to identify clinical parameters associated with enlarged inner and/or outer cerebrospinal fluid spaces.
A retrospective study conducted by the Department of Pediatrics Medicine at Marburg University Hospital and included 153 preterm infants born between 2019 and 2021. Those premature infants underwent regular sonography of the brain which were evaluated for this study. Furthermore, pre- and postnatal clinical parameters were documented from medical reports to statistically investigate the association between these parameters and enlarged internal and/ or external cerebrospinal fluid spaces.
The study population included preterm infants with a median birth weight of 2230 g (range 585 g - 4320 g). The median gestational age at birth was 35.0 weeks' gestation (range 26.0 - 36.9 weeks' gestational age at birth). The sonography of the skull before discharge was performed at a median corrected gestational age of 36.6 weeks' gestation (range 35.0 - 42.1 weeks' gestation).
Surprisingly, despite the high proportion of late preterm infants, 81 (52.9%) children had at least one measurement of the external CSF spaces that exceeded the specified limit and thus had dilated external CSF spaces.
Multiple regression analysis was used to analyze those clinical parameters that are associated with dilated inner and/or outer CSF spaces. By using this specific statistic method, interactions among different variables/ clinical parameters were calculated and consequently, miscalculations avoided. The following significant associations were identified (p<0.05):
A low gestational age at birth was significantly associated with the craniocortical width (CCW) of the external cerebrospinal fluid spaces. The more immature the premature infants were, the greater the craniocortical width. A pathologic cardiotocogram (CTG), defined by FIGO consensus guidelines, correlated positively with the craniocortical (CCW) and sinucortical width (SCW) of the external CSF spaces. Low gestational age correlated negatively with the width of the interhemispheric space, whereas a pathologic
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Summary
CTG and an increase in C-reactive protein correlated positively with the width of the interhemispheric space (IHS).
The application of vancomyin and ampicillin, the number of postnatal infections, a persistent ductus arteriosus, retinopathy of prematurity and body length at discharge were associated with measurements of the size of the internal cerebrospinal fluid spaces.
In summary, dilation of the CSF spaces occurred at an unexpected frequency, but particularly in late preterm infants. Several clinical factors were associated with the occurrence of dilated internal and/or external CSF spaces.
This knowledge may help to develop strategies to prevent brain atrophy after prematurity.
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