Item type:Thesis, Open Access

Vergleich der prozeduralen und klinischen Langzeitergebnisse nach Katheterablation bei Patienten mit ventrikulären Tachykardien auf dem Boden einer strukturellen Herzerkrankung mit und ohne Nachweis eines septalen Substrats

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Philipps-Universität Marburg

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Abstract

Ventrikuläre Tachykardien ausgehend von einem Substrat im interventrikulären Septum sind häufiger mit der Notwendigkeit wiederholter Katheterablationen verbunden, bis eine langfristige Rezidivfreiheit erreicht wird. Es gibt aktuell keine prospektiven randomisierten oder größeren retrospektiven Studien, die die Katheterablation bei Patienten mit ventrikulären Tachykardien und septaler versus ohne septaler Beteiligung vergleichen. Ziel dieser Studie war, die mittel- und langfristige Effizienz und Sicherheit der Katheterablation von ventrikulären Tachykardien bei Patienten mit und ohne septales intramurales Substrat bei struktureller Herzkrankheit zu untersuchen. Patienten, die sich im Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt an der Saale zwischen Januar 2019 und Oktober 2020 für eine Ablation der ventrikulären Tachykardie aufgrund einer strukturellen Herzerkrankung einschließlich einer koronaren Herzkrankheit vorstellten, wurden in die Studie eingeschlossen. Septale Substrate ventrikulärer Tachykardien konnten bei 65 % von 199 Patienten der Studienkohorte detektiert werden. Unter einer ischämischen Herzerkrankung litten 55 % der Patienten, bei 45 % der Patienten lag eine nicht-ischämische Herzerkrankung vor. Ein septales Substrat konnte bei numerisch mehr Patienten mit ischämischer Herzerkrankung nachgewiesen werden. Während des Nachbeobachtungszeitraumes von 8,1 ± 5,9 Monaten erlitten Patienten mit septalem Substrat nicht signifikant mehr Rezidive als Patienten ohne septales Substrat (25 vs. 39 %; p = 0,069). Der Endpunkt des akuten prozeduralen Erfolgs wurde als Nichtinduzierbarkeit einer ventrikulären Tachykardie am Ende der Indexuntersuchung definiert. Dieser wurde bei Patienten ohne septales Substrat signifikant häufiger erreicht. Ein septaler Ursprung der induzierbaren ventrikulären Tachykardien war mit einem geringeren Akuterfolg assoziiert. Ein unabhängiger Prädiktor für Rezidive war die Induzierbarkeit ventrikulärer Tachykardien am Ende der Prozedur. Signifikant mehr Patienten mit septalem Substrat (n = 53; 41 % vs. 15 Patienten ohne septales Substrat; 21 %) nahmen nach der Indexuntersuchung Amiodaron ein (p = 0,003). Bei 9 % der Patienten mit ischämischer und 38 % der Patienten mit nicht-ischämischer Herzerkrankung wurde zusätzlich zu einer endokardialen auch eine epikardiale Ablation durchgeführt. Möglicherweise führte eine höhere Rate epikardialer Ablationen zu einem häufigeren Akuterfolg in der Gesamtkohorte dieser Studie im Vergleich zu publizierten Daten. Die Anzahl der induzierbaren ventrikulären Tachykardien während der Prozedur zeigte keinen signifikanten Zusammenhang mit der Rezidivrate (p = 0,24). Wesentliche Limitationen dieser Studie sind das retrospektive Studiendesign, die Heterogenität der Gruppe der Patienten mit nichtischämischer Herzerkrankung bezüglich der zugrundeliegenden Grunderkrankung sowie die empirische Definition für ein Substrat entsprechend festgelegter elektroanatomischer Kriterien für bipolare nicht-hochauflösende wie auch multipolare hochauflösende Mappingkatheter. Zukünftige Studien zu Sicherheit und Erfolg der Katheterablation bei ventrikulären Tachykardien mit zugrundeliegendem septalen Substrat unter Einsatz unterschiedlicher Ablationsstrategien sollten in prospektiven multizentrischen Studien mit einer größeren Studienkohorte durchgeführt werden.
Ventricular tachycardias originating from substrates in the interventricular septum often need to be treated with multiple radiofrequency catheter ablation procedures to reach long-term freedom from recurrence. There are currently no prospective randomized or large retrospective studies in patients with ventricular tachycardia and septal substrate. The aim of this study was to evaluate the mid- and long-term efficacy and safety of catheter ablation of ventricular tachycardia in patients with and without septal intramural substrate in structural heart disease. Patients presenting to Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt an der Saale for ablation of ventricular tachycardia due to structural heart disease including coronary artery disease between January 2019 and October 2020 were included in the study. Septal substrates of ventricular tachycardia could be detected in 65% of 199 patients. Ischemic heart disease was present in 55% of patients, and nonischemic heart disease was present in 45%. A septal substrate was detected in numerically more patients with ischemic heart disease. During a mean follow-up period of 8.1 ± 5.9 months, patients with septal substrate did not experience significantly more recurrences compared to patients without septal substrate (25 vs. 39%; p = 0.069). The end point of acute procedural success was defined as non-inducibility of ventricular tachycardia at the end of the index procedure. This was significantly higher in patients without a septal substrate. A septal origin of inducible ventricular tachycardia was associated with significantly lower acute success. An independent predictor of recurrences was the inducibility of sustained ventricular tachycardia at the end of the procedure. Significantly more patients with septal substrate (n = 53; 41% vs 15 patients without septal substrate; 21%) were taking amiodarone after the index procedure (p = 0.003). Epicardial ablation was performed in addition to endocardial ablation in 9% of patients with ischemic heart disease and 38% of patients with nonischemic heart disease. Possibly a higher rate of epicardial ablation resulted in a higher acute success in the overall cohort of this study compared to previously published data. The number of inducible ventricular tachycardias during the procedure showed no significant association with the risk of recurrence during follow-up (p = 0.24). Major limitations of this study are the retrospective study design, the heterogeneity of the group of patients with nonischemic heart disease with respect to the underlying primary disease, and the uniform definition of a substrate according to previously published but largely empirically established electroanatomic criteria for bipolar nonhigh-resolution as well as multipolar high-resolution mapping catheters. Future studies regarding overall safety and success of catheter ablation in ventricular tachycardia with underlying septal substrate using different ablation strategies in prospective multicenter studies with larger study populations are needed.

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Ludwig, Deborah: Vergleich der prozeduralen und klinischen Langzeitergebnisse nach Katheterablation bei Patienten mit ventrikulären Tachykardien auf dem Boden einer strukturellen Herzerkrankung mit und ohne Nachweis eines septalen Substrats. : Philipps-Universität Marburg 2025-08-06. DOI: https://doi.org/10.17192/z2025.0400.