The Repetition-Based Truth Effect: Substantive and Formal Approaches for Investigating Processing Fluency
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Philipps-Universität Marburg
Abstract
The repetition-based truth effect refers to the phenomenon that repeated statements are judged true more often than novel ones. According to the fluency theory, repetition increases the experienced processing fluency, leading to higher truth ratings. In my thesis, I apply substantive and formal approaches to investigate the role of processing fluency in the context of truth judgments.
In my first paper, in a more substantive approach, I examined processing fluency by manipulating the syntactic complexity of statements. While I replicated the repetition-based truth effect, syntactic complexity did not affect truth judgments in the first two experiments, which contradicted the predictions derived from the fluency theory. These surprising null effects could only be explained when adding critical auxiliary assumptions, that is, discounting processing fluency as a cue for judging truth. This approach demonstrates the limitations of the fluency theory as a falsifiable scientific theory.
In my second paper, I provided a tutorial on multinomial processing tree modeling. This approach is well suited to critically investigate the repetition-based truth effect, as it allows to disentangle contributions of latent cognitive processes. This tutorial demonstrates the benefits of multinomial processing tree models as a formal approach and also facilitates their application to theories of the repetition-based truth effect.
In my third paper, I combine substantive and formal approaches by testing the fluency theory using two multinomial processing tree models and receiver operating characteristics. The models implicitly conceptualize the repetition-based truth effect as a response bias towards answering true more often or a reduced discrimination ability between true and false statements. The results support the more counterintuitive conceptualization of the repetition-based truth effect to emerge as a decrease in discrimination ability. Moreover, the results demonstrate that conceptualizing the repetition-based truth effect as a response bias might still be valid given certain boundary conditions.
In conclusion, my thesis provides a deeper understanding of the relevance of processing fluency for the repetition-based truth effect. I also highlight the relevance of substantive and formal approaches to systematically examining truth judgments.
Der wiederholungsbasierte Wahrheitseffekt beschreibt das psychologische Phänomen,
dass wiederholte Aussagen häufiger als wahr beurteilt werden als neue Aussagen.
Nach der Fluency-Theorie erhöht die Wiederholung die erlebte Verarbeitungsflüssigkeit
und führt damit zu höheren Wahrheitsbewertungen. In meiner Dissertation
wende ich inhaltliche und formalisierte Modellierungsansätze an, um die Rolle der
Verarbeitungsflüssigkeit im Zusammenhang mit Wahrheitsurteilen zu untersuchen.
In meinem ersten Artikel habe ich auf Basis einer substantiellen Formalisierung die
Verarbeitungsflüssigkeit untersucht, indem ich die syntaktische Komplexität von Aussagen
manipuliert habe. Obwohl ich den Wahrheitseffekt replizierte, wirkte sich die
syntaktische Komplexität im Gegensatz zu den Vorhersagen der Theorie in den ersten
beiden Experimenten nicht auf Wahrheitsurteile aus. Diese überraschenden Nulleffekte
konnten nur durch Hinzunahme kritischer Hilfsannahmen erklärt werden. Diese
Hilfsannahme beschreibt die Abwertung der Verarbeitungsflüssigkeit als Hinweisreiz
für den Wahrheitsstatus von Aussagen erklärt werden. Dieser Ansatz zeigt die Grenzen
der Fluency-Theorie als wissenschaftlich falsifizierbare Theorie auf.
In meinem zweiten Artikel habe ich eine Einführung in kognitive Modellierun
mittles multinomialer Verarbeitungsbaum-Modelle gegeben. Dieser Ansatz ist gut
geeignet, um den wiederholungsbasierten Wahrheitseffekt kritisch zu untersuchen,
da er es ermöglicht, die Beiträge latenter kognitiver Prozesse zu trennen. Dieses Tutorial
demonstriert die Vorteile von multinomialen Verarbeitungsbaum-Modellen als
formaler Ansatz und erleichtert darüber hinaus ihre Anwendung auf Theorien des
wiederholungsbasierten Wahrheitseffekts.
In meinem dritten Manuskript verbinde ich inhaltliche und formale Ansätze, indem
ich die Theorie der Verarbeitungsflüssigkeit mit Hilfe zweier multinomialer
Verarbeitungsbaum-Modelle und Receiver-Operating-Characteristics prüfe. Die Modelle
konzeptualisieren den Wahrheitseffekt implizit als Antwortverzerrung hin zu
einer häufigeren Beurteilung von Aussagen als wahr, oder aber einer verminderten
Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen wahren und falschen Aussagen. Die Ergebnisse
unterstützen die eher kontraintuitive Konzeptualisierung des Wahrheitseffekts als eine Abnahme der Unterscheidungsfähigkeit. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse,
dass die Konzeptualisierung des Wahrheitseffekts als Antwortverzerrung unter
bestimmten Randbedingungen weiterhin gültig sein könnte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass meine Arbeit ein tieferes Verständnis für
die Relevanz der Verarbeitungsflüssigkeit im Zusammenhang mit dem wiederholungsbasierten
Wahrheitseffekt liefert. Darüber hinaus zeige ich die Relevanz von inhaltlichen
und formalen Ansätzen für die systematische Untersuchung von Wahrheitsurteilen
auf.