Einfluss endodontischer Spüllösungen auf den Haftverbund zwischen einem Wurzelkanal-Sealer auf Tricalciumsilikat-Basis (BioRoot RCS) und dem Wurzeldentin
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Philipps-Universität Marburg
Abstract
In vielen Studien wurden bisher die Veränderungen beschrieben, die Spüllösun-gen im Dentin hervorrufen. Darüber hinaus beschäftigen sich auch viele Studien mit dem kumulativen Einfluss von verschiedenen Spülprotokollen auf den Haft-verbund zwischen Sealer und Dentin. Noch nicht untersucht wurde bislang der Einfluss der einzelnen Spülflüssigkeiten auf den Haftverbund zwischen dem neuen biokompatiblen und -aktiven Sealer BioRoot RCS (Septodont) und dem Wurzelkanaldentin.
Für die Studie wurden extrahierte humane Zähne unterschiedlichen Alters ver-wendet, die nach der Extraktion bis zum Beginn der Versuche in 0,5%iger Chlo-ramin-T-Lösung gelagert wurden. Untersucht wurden 70 Zähne mit geradem Wurzelkanal und rundem Wurzelquerschnitt. Die Auswahl der einzelnen Zähne erfolgte nach einer röntgenologischen Beurteilung der Kanalmorphologie. Aus-geschlossen wurden Zähne mit gekrümmtem Wurzelkanal, einem obliterierten Kanal oder einem zu weiten Kanaldurchmesser. Für die Studie wurden Zähne mit geraden, nicht frakturierten und kariesfreien Wurzeln sowie einem intakt ausge-bildeten Apex, das heißt einem abgeschlossenen Wurzelwachstum und ohne Wurzelresorptionen, ausgewählt. Die Wurzeln wurden danach auf eine Länge von 9 mm gekürzt und anschließend in sieben Gruppen eingeteilt:
Gruppe 1: NaOCl (3 %) (Natriumhypochlorit)
Gruppe 2: EDTA (17 %) (Ethylendiamintetraacetat)
Gruppe 3: CHX (2 %) (Chlorhexidin)
Gruppe 4: QMix 2in1 (Lösung von Chlorhexidin, einem Tensid und EDTA)
Gruppe 5: Alkohol (95 %)
Gruppe 6: Citronensäure (40 %)
Gruppe 7: Aqua dest. (destilliertes Wasser)
Nach der Aufbereitung mit dem BioRaCe-System von # 20 bis # 60 wurden die Kanäle der einzelnen Gruppen mit 5 ml der jeweiligen Flüssigkeit für drei Minuten gespült. Nach der Spülung wurde der Kanal mit Papierspitzen getrocknet, um ein weiteres Einwirken zu verhindern. Nachfolgend wurde der auf Tricalciumsilikat basierende Sealer BioRoot RCS mit einem Kunststoffspatel angemischt und mit einer Papierspitze in die Wurzelkanäle eingebracht, wobei auch die Spreader be-füllt wurden.
Bei der Beurteilung der Haftwerte zeigte sich, dass nach der Spülung mit NaOCl die höchsten Haftverbunde gemessen wurden (Median: 2,71 MPa), die sich je-doch nicht signifikant von der Kontrollgruppe mit Wasser (Median: 2,8 MPa) un-terscheiden. Die geringsten Haftwerte ergeben sich bei der Spülflüssigkeit CHX (Median: 1,26). Bei der vorgenannten Betrachtungsweise geht hervor, dass Qmix 2in1, ein Tensid aus Chlorhexidin und EDTA ebenfalls geringe Haftwerte auf-weist. (Median: 1,85 MPa). Der Haftverbund nach der Spülung mit CHX war sig-nifikant schlechter als bei allen anderen Spülungen. Zudem war der Haftwert nach der Spülung mit QMix 2in1 signifikant schlechter als nach der Spülung mit NaOCl, da QMix 2in1 ebenfalls CHX enthält.
Jede Spülflüssigkeit hat einen kleinen Effekt auf die Haftfestigkeit des Sealers. Die höchste Haftfestigkeit erreichte NaOCl neben der Kontrollgruppe mit Wasser. Bei EDTA und Citronensäure, die eine dekalzifizierende Wirkung haben und die Schmierschicht auflösen, konnten nach NaOCl die höchsten Haftwerte erreicht werden. Daraus kann geschlossen werden, dass der Sealer eine andere Haftfes-tigkeit aufweist, wenn die Schmierschicht belassen wird. Calcium-Ionen spielen vermutlich eine relevante Rolle bei dem Haftverbund zwischen Dentin und Sealer.
Many studies have described the changes induced by rinsing solutions in dentin. In addition, many studies also deal with the cumulative influence of different rins-ing protocols on the adhesive bond between sealer and dentin. The influence of the individual rinsing liquids on the bond between the new biocompatible and biologically active sealer BioRoot RCS (Septodont) and the root canal dentin has not yet been investigated.
Extracted human teeth of different ages were used for the study. After extraction, they were stored in 0.5% chloramine T solution until the start of the experiments. Seventy teeth with straight root canals and round root cross-sections were exam-ined. The selection of individual teeth was based on a radiographic assessment of canal morphology. Teeth with a curved root canal, an obliterated canal or an excessively wide canal diameter were excluded. Teeth with straight, non-frac-tured and caries-free roots and an intact apex, i.e. completed root growth and no root resorptions, were selected for the study. The roots were then short decoronated end to a length of 9 mm and then divided into seven groups:
Group 1: NAOCI (3%) (sodium hypochlorite)
Group 2: EDTA (17%) (ethylendiaminetetraacetate)
Group 3: CHX (2%) (chlorhexidinedigluconate)
Group 4: Qmix 2in1 (solution of chlorhexidinedigluconate, a surfactant and EDTA)
Group 5: Alcohol (95%)
Group 6: Citric acid (40%)
Group 7: Distilled water
After preparation with the BioRaCe system from # 20 to # 60, the channels of each group were rinsed with 5 ml of the respective irrigation for three minutes.
After irrigation the canal was dried with paper tips to prevent further exposure. The tricalcium silicate-based sealer BioRoot RCS was mixed with a plastic spat-ula and applied to the root canals with a paper tip, filling the spreaders as well.
Results The assessment of the bond strength values showed that the highest bond strength values were measured after irrigation with NaOCl (median: 2.71 mega-pascals (MPa)), although there were no significant differences compared to the control group with water (median: 2.8 MPa). The lowest bond strength were found with the rinsing liquid CHX (median: 1.26). The Results shows that Qmix 2in1, a surfactant made from CHX and EDTA, also has low bond values. (Median: 1.85 MPa). The bond after rinsing with CHX was significantly worse than with all other rinsings. In addition, the bond strength after rinsing with QMix 2in1 was signifi-cantly worse than after rinsing with NaOCl, because QMix 2in1 also contains CHX.
Conclusion Each rinsing solution has a small effect on the adhesive strength of the sealer. NaOCl achieved the highest adhesive strength next to the control group with wa-ter. With EDTA and citric acid, which have a decalcifying effect and dissolve the smear layer, the highest adhesion values were achieved after NaOCl. Conse-quently, it can be concluded that the sealer has a different adhesive strength if the smear layer is left in place. Calcium ions probably play a relevant role in the bond between dentin and sealer.